Geschichte


Kleine Geschichte des Vereinshauses

 

 

Im Jahr 1907 begannen die Planungen zur Errichtung des Vereinshauses vom Vorsitzenden des Kriegervereins, Herrn Johann Josef Dederichs und seinem Bruder. Erste Vorbereitungen wurden getroffen. Die Grundsteinlegung des Vereinshauses Dahlem war im Frühjahr 1908, im Oktober des gleichen Jahres fand dann die Einweihung mit großem Fest statt.

 

 Gegen Ende des ersten Weltkrieges im Herbst 1918 wurde das Vereinshaus zeitweise zur Einquartierung zurückkehrender Soldaten genutzt.

 Im Jahr 1924 war das Vereinsleben wieder rege, die Bevölkerung wurde mit einbezogen und das Vereinshaus war der Mittelpunkt des Dorflebens. In den Wintermonaten wurde es durch die Vereine genutzt. Es waren Theateraufführungen, karnevalistische Veranstaltungen, und ebenso politische Versammlungen. 1934 wurde das Vereinshaus vergrößert und eine Bühne von rund 75m² angebaut.

 

In den Jahren 1936 – 1938 galt das Vereinshaus als Hauptunterkunft für Pioniereinheiten, als erste Vorbereitung zum Bau des Westwalls, und schließlich für die Westwallarbeiter selbst. Bis zu 100 Personen belegten das Vereinshaus, Hof und Bühne wurden zum Aufbau von einer Küche und einer Waschküche genutzt. Da der Ort voll war mit Militär, Westwallarbeitern und Fahrzeugen, fanden keine Veranstaltungen im Vereinshaus statt. Weiterhin fand man sich aber für politische Versammlungen ein. Das Vereinshaus diente im Sommer 1940 wieder dem eigentlichen Zweck.

 

Im Winter 1941/42 und Winter 1942/43 wurden Elternabende mit einem bunten Programm und Theaterabende organisiert, welche eine willkommene Abwechslung in dieser schweren Zeit waren. Das Vereinsleben war jedoch gleich null.

 

Im Herbst 1944 wurde das Vereinshaus durch Fliegerangriffe beschädigt. Das Militär benutzte das Vereinshaus wieder für alle möglichen Zwecke.

Im Januar 1945 trafen zwei schwere Granaten das Vereinshaus. Das Nebenzimmer und der Bühnentrakt wurden völlig zerstört, Regen und Schnee drangen ins Gemäuer ein. Schutt und Dreck häuften sich bis fast einen Meter hoch.

 

Im Mai 1945 marschierten die amerikanischen Truppen ein, der Krieg war fast vorbei. Jetzt begannen erste Aufräumarbeiten. Organisator war Herr Peter Schmitz, er war Vereinswirt im Vereinshaus. Der Kriegerverein, dem das Haus gehörte, wurde von der Militärregierung verboten. Dadurch wurde das Vereinshaus herrenlos, die Gemeinde bemühte sich jedoch um eine Übernahme des Hauses. Die Militärregierung entsprach dem Antrag, und die Gemeinde begann sofort mit den notwendigen Dachreparaturen.

 

Fastnacht 1946 war die erste Benutzung des Vereinshauses nach dem Krieg. Jetzt kehrte auch nach und nach die Vereinstätigkeit wieder ein.

1951 ging das Eigentumsrecht des Vereinshauses auf die St.-Michael Schützenbruderschaft über, welche sich aus Altmitgliedern des verbotenen Kriegervereins gründete. 1952-1959 wurden viele alte Schäden am Vereinshaus beseitigt, die Innenräume in Eigenleistung renoviert. Die Räume im Obergeschoss wurden als Jugendheim eingerichtet.

 

1960 wurde zusätzlich ein Windfang angebaut. 1961 wurde die Theke mit einer modernen Zapfanlage ausgestattet, und man schaffte neues Mobiliar an. Die Gasträume erhielten dadurch eine freundliche Note.

 

1969 musste eine neue Be- und Entwässerung erstellt werden. Die Hoffläche wurde im Zuge dessen angepasst.

1972 wurden die beiden Wirtschaftsräume mit einer Gas-Ofenheizung neu ausgestattet. Dadurch konnten die Betriebskosten erheblich gesenkt werden.

Winter 1973/74 wurde der Keller des Vereinshauses renoviert.

 

Ab 1974 trafen sich jeden Dienstagnachmittag die Senioren im Vereinshaus. Auch die sonstige Nutzung nahm nach und nach zu. Die „Kleine Cantorei Dahlem“ und der „Männerchor Dahlem“ probten bis zu fünfmal pro Woche. Desweiteren gab es eine vielseitige Nutzung der Räume, wie Messdienerstunden, Pfarrgemeinderatstagungen, Ortsversammlungen der Vereine, Klassen- und Sippentreffen, Hochzeiten, Beerdigungen und Jubiläumsfeiern. Tanzveranstaltungen, Chorkonzerte oder sonstige Veranstaltungen wurden ebenfalls abgehalten. Das Vereinshaus hat somit die Funktion, für alle da zu sein und steht als Mittelpunkt im Dorfgeschehen.

 

1974 wurde nach langjährigen Überlegungen mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen. Es ging hierbei um die Erneuerung der Dachkonstruktion. Es musste das ganze Obergeschoss mit seinem Fachwerk abgebrochen werden und dann in fester Bauweise wieder neu erstellt.

 

1978/79 wurden kleine Verbesserungsmaßnahmen vorgenommen. Die Beleuchtung im großen Saal wurde erneuert, die Polstermöbel erneuert und Reparaturen am übrigen Mobiliar durchgeführt.

 

1980 konnte durch den Ölbunker eine zentrale Ölversorgung der drei Großraumöfen im großen Saal ermöglicht werden. Bei extrem kalten Temperaturen ist eine gute Beheizung möglich. Winter 1980/81 wurde die Pfarrkirche renoviert. Man richtete das Vereinshaus so ein, dass man in einem würdigen Rahmen Gottesdienst feiern konnte. Man nutzte es an 59 Tagen für diesen Zweck. Im Frühjahr 1981 ersetzte man alte Dachziegel durch Welleternit, und es wurde eine Wärmeisolierung in die Decke und Schrägwände eingebaut. Das war vorteilhaft für die Beheizung.

 

Am 29. Oktober 1983 gab es ein großes Fest zum 75-jährigen Bestehen des Vereinshauses.

 

Im Juli 1991 werden die Wände neu gestrichen, wenig später im August werden im Saal alle alten Fenster durch neue ersetzt. Im Mai 1995 wird im Keller ein Bier- und Kühlraum eingebaut. Die Gaststätte wird im Juli 1999 renoviert, und die Treppe, der Saal sowie die Toiletten werden saniert; im Oktober wird dann der Ölofen durch Gasöfen ersetzt. Gegen Ende des Jahres wird zusätzlich ein geräumiger Geschirrschrank aufgebaut, und ein Geschirrspüler in die Theke eingebaut.

 

Im Dezember 2003 wird mit dem Neubau der Treppe, der Keller- und Geschossdecke und dem Umbau und Neugestaltung der Toilettenanlage begonnen. Dabei wird auch der Flur renoviert. Im Dezember 2005 werden Jugendheim und Toiletten mit neuem Gasbrennwertkessel versorgt, im Februar 2006 bekommt das Jugendheim neue Fenster.

 

Am 24.08.2008 wird das 100-jährige Bestehen des Vereinshauses in Verbindung mit dem Schützenfest im festlichen Rahmen groß gefeiert.

 

2015 wird bekannt, dass die St.-Michael Schützenbruderschaft das Vereinshaus nicht länger betreiben kann.

 

Am 21.12.2016 gibt es den Beschluss des Rates der Gemeinde Dahlem zum Erwerb des Vereinshauses. Die Gemeinde verpachtet ab 01.07.2017 das Vereinshaus für 25 Jahre an den Förderverein Dorfentwicklung Dahlem. Der Förderverein erhält aus der Vereinsförderung (Einnahmen aus dem Windpark) jährlich 10.000 € zur Unterhaltung des Vereinshauses.

 

21.04.2017 Antrag der Gemeinde Dahlem zur Förderung der Grundsanierung des Vereinshauses „Investitionspaket Soziale Integration im Quartier NRW 2017“

 

Maßnahmen: Saalboden einschl. Bühnenbereich, Austausch Fensterverglasung, Tür zwischen Clubraum und Saal, Außenwände und Außentüren, Sockel Trockenlegung, Innenanstrich, Dacheindeckung, teilweise Wasser- und Abwasserleitungen, Heizung im Saal, Elektroinstallation und Beleuchtung, Anbau Lager, Eingang mit Behindertenrampe.

 

Maßnahmen des Fördervereins Dorfentwicklung Dahlem e.V.: Neues Inventar für Gaststätte und Clubraum, Neue Thekeneinrichtung und Gesamtrenovierung.

 

Im Juli 2017 wurden folgende Vereine in den Förderverein aufgenommen, mit finanzieller Beteiligung an den Betriebskosten:

 

Theatergruppe Dahlem, KG Dahlem, Behinderten- und Versehrtensportgemeinschaft, Kleine Cantorei Dahlem, Eifelverein OG Dahlem, SG Dahlem-Schmidtheim, Freiwillige Feuerwehr Löschzug Dahlem, KFG Dahlem, St.-Michael Schützenbruderschaft, Männerchor Dahlem e.V., TC Rot-Weiß Dahlem, Grenzlandmusikverein.

 

08.-10.09.2017 war die 1150 Jahrfeier mit großer Spendenaktion für das Vereinshaus. Im Oktober 2017 wurde neues Inventar für den Gastraum angeschafft.

 

Nach Karneval 2018 begannen die beschlossenen Bauarbeiten, die bis heute andauern.